KAKON's Homepage -Selbstbeatmung über die Nasenmaske-


Die nächtliche Selbstbeatmung über die Nasenmaske

Die akute rasch einsetzende Form der Atemschwäche ist bei den Betroffenen und den behandelnden Ärzten gut bekannt und infolge ihrer eindeutigen Beschwerdesymptomatik mit Luftnot und Erstickungsangst eindeutig erkennbar. Die chronische Atemschwäche ist für den Kliniker weniger erkennbar und daher auch weniger bekannt, da die Beschwerden andersartig sind und häufig nicht auf das Atemorgan als Ursache hinweisen.

Wie kommt es nun zur chronischen Atemschwäche ?

Die Atemmuskulatur besteht aus den Muskeln zwischen den Rippen und dem Zwerchfell. Durch ihre Verkürzung vergrößern sie den Brustkorb und erzeugen einen Unterdruck, der sich je nach Dehnbarkeit des Brustkorbes und der Lunge bis zum Mund fortsetzt. Dadurch kommt es zu einem Einstrom von Luft in die Lunge in Abhängigkeit von der Größe der Atemwege. Zur Ausatmung erschlaffen die Muskeln, der Brustkorb sinkt in seine Ursprungslage zurück, so daß die Luft aus den Lungen entweicht. Bei Muskelschwäche, wie z.B. bei Muskelerkrankungen oder Nervenerkrankungen usw., ist die verbliebene Muskulatur schon in Ruhe vermehrt beansprucht. Bei Veränderungen des Brustkorbes, z.B. Kyphoskoliose, nach Rippenresektionen bei Tuberkulose usw. kommt es zu Verlängerung einiger und zur Verkürzung anderer Atemmuskeln und auch hier zu einer deutlich vermehrten Beanspruchung schon in Ruhe.

Bei schweren sogenannten obstruktiven Bronchitiden mit Luftnot ist das Lungenvolumen vergrößert. Damit sind die Einatemmuskeln verkürzt, so daß auch hier eine vermehrte Muskelarbeit geleistet werden muß. Sind zusätzlich die Atemwege verengt oder abgeknickt, so ist der Lufteinstrom behindert und die Atemmuskeln müssen auch hier vermehrt arbeiten. Diese vermehrte Arbeit oder vermehrte Beanspruchung der Atemmuskulatur läßt sich nur schwer erkennen. Sie ist jedoch mit einem einfachen Lungenfunktionsgerät sehr leicht zu messen, wenn die Atmung für kurze kaum merkliche Intervalle unterbrochen wird. Der dann gemessene Druck gibt Auskunft über die vorhandene Atemmuskelkraft. Mit dieser Methode können auch Schwerkranke und sogar beatmete Patienten untersucht und eine Schwäche der Atemmuskulatur nachgewiesen werden. Ist nun die Erkrankung weiter fortgeschritten, so wird die Belastung für die Atemmuskeln zu groß. Die Atemmuskeln ermüden, d.h. die Kraft und die Ausdauer läßt nach. Auch dieser Zustand ist durch eine einfache Funktionsuntersuchung erkennbar. Es kommt zunächst zu unklaren Beschwerden, wie Herzrasen und Unwohlsein, dann zu einer Verschlechterung der Blutsauerstoffwerte und Blutkohlendioxydwerte, zunächst während der Nacht, dann auch am Tage. Die Folge sind Schlafstörungen, Kopfschmerzen am Morgen, Müdigkeit am Tage und Einschlafneigung. Die Belastbarkeit nimmt ab, die Patienten werden unfähig flach zu schlafen und wachen auf mit Luftnot und Angstgefühl.

Was kann man nun tun gegen diese fortschreitende Atemnot ?

Verschiedene Medikamente wurden untersucht mit dem Ziel, die Kraft der Atemmuskeln zu steigern. Kein verfügbares Medikament hatte jedoch einen nennenswerten Einfluß. Kraft- und Ausdauertraining der Muskulatur sind im Frühstadium günstig. Ist die Atemmuskulatur jedoch überbeansprucht, so kann sie durch Training verschlechtert werden und ganz versagen. Vor dem Training sollte daher die Atemmuskulatur gemessen werden. Ist die Atemmuskulatur ermüdet, so muß sie entlastet werden, um sich zu erholen. Wie mein Marathonläufer, der zwischen den Läufen mehrere Tage der Erholung benötigt, muß sich auch die Atemmuskulatur, die tagein, tagaus hohen Belastungen ausgesetzt ist, zwischendurch erholen. Die Atemmuskeln können sich jedoch nur erholen, wenn die Atmung von einem Beatmungsgerät übernommen wird. Daher wird seit einigen Jahren die intermittierende nichtinvasive Selbstbeatmung durchgeführt. Der Patient wird vorwiegend während des Nachtschlafes über eine Nasenmaske beatmet. Er kann diese Behandlung innerhalb weniger Tage erlernen und sie zu Hause selbst durchführen. Ausreichend ist häufig nur nächtliche Beatmung. Dennoch ist die Atemmuskulatur auch am Tage erholt und die beschriebenen Beschwerden verschwinden. Zur Beatmung wird eine für jeden Patienten eigenständig Nasenmaske angefertigte. Unter dieser Maske kommt es trotz gutem Sitz und guter Dichtigkeit zu keinerlei Schädigung der empfindlichen Nasenhaut. Zur Herstellung der Nasenmaske ist lediglich ein 1-maliger Nasenabdruck erforderlich, der auch schwerstkranke Patienten nicht belästigt.

Obwohl die Methode einfach ist, vom Patienten rasch erlernt werden kann und eine rasche Besserung der Beschwerden bewirkt, muß die Behandlung dennoch im Krankenhaus begonnen werden.


Zum Beispiel in einem Schlaflabor, indem bei nächtlicher Beatmung verschiedene Messungen
(EKG, EMG, EOG, EEG, O2 Sättigung (Pulsoxymetrie), Atembewegungen, Blutgasanalyse usw.) gemacht werden.

Die Beatmung ist nur ausreichend wirksam, wenn unter der Beatmung der Normalzustand erreicht wird. Dies kann durch eine Blutabnahme aus dem Ohrläppchen, wie etwa bei der Blutzuckerbestimmung oder durch eine auf die Haut auf geklebte Meßelektrode einfach bestimmt werden. Eine Kontrolle der Blutwerte durch eine auf die Haut aufgeklebte Meßelektrode ist auch während einer gesamten Nach notwendig, um auch hier eine gute Beatmung zu erreichen. Gefährlich ist die Oberbeatmung, die der Patient selbst nicht bemerkt. Sie kann jedoch, wenn nicht ausreichend kontrolliert wird, zu Krampfanfällen führen. Am Anfang der Beatmung kommt es häufig nachts zu Tiefschlafphasen als Ausdruck der Erholung. Auch während dieser Zeit mußt der Patient überwacht werden.

Mit dieser nur stundenweise Beatmung über die Nasenmaske werde ich und viele andere Patienten mit gutem Erfolg behandelt.


Stand der Dokumentationen: etwa 1992
gescannt und bearbeitet vom 29.-31. Dezember 1996


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aktualisiert: Wednesday, 02-Apr-2003 15:23:07 CEST
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